Reihe: Ordnung
In sieben Ausstellungen unter den Titeln »Arbeit«, »Liebe«, »Macht«, »Sex«, »Geld«, »Freiheit«, »Zukunft« möchte die »Reihe:Ordnung« — eng orientiert an der Verortung des Kunstvereins in einem Bahnhofsgebäude — hegemoniale Systeme in ihrem Paradox aus Stillstand und Bewegung, aus Aussagekraft und Durchlässigkeit aufgreifen.
Das Ausstellungsprogramm ist als eine über die Jahre 2007 bis 2009 verlaufende Reihe konzipiert. Jedes der sieben Ausstellungsprojekte wird aus der formellen und inhaltlichen Kontinuität der gesetzten »Reihe:Ordnung« heraus erfahrbar sein. »Reihe:Ordnung« möchte mit einer durch die titelgebenden Schlagworte provozierten Erwartungshaltung spielen und das Visionäre in der Kunst behaupten, ohne es einzulösen.
»Reihe:Ordnung« wird mit dem Illusionären brechen und versuchen, Repräsentanz durch Präsenz zu ersetzen. »Reihe:Ordnung« entwickelt ihr Selbstverständnis nicht zuletzt aus der Einsicht, dass das gesellschaftliche Leben den Widerspruch ganz von alleine produziert und setzt stattdessen auf die Wirkung und Erfahrbarkeit von Situationen. Auf Basis der Neubestimmung von zentralen Begriffe der Debatte um Politik und Ästhetik möchte die »Reihe:Ordnung« im Kunstverein Harburger Bahnhof konkrete Räume für Begegnungen, Erfahrungen, Reflexionen und Diskussionen ermöglichen. Sie setzt in ihrer räumlichen Inszenierung auf die sinnliche Aufteilung des Gemeinsamen der Gemeinschaft, ihrer Formen der Sichtbarkeit und ihres Aufbaus.
»Reihe:Ordnung« zielt somit nicht auf Bestandsicherung, sondern auf ein Ausschöpfen der Möglichkeiten der genannten Themenbereiche und evoziert dabei die Diskrepanz zwischen Handlung und Legitimation. Die Politik des Ästhetischen bestimmt, was man sieht und was man darüber sagen kann, sie legt fest, wer fähig ist, etwas zu sehen und wer qualifiziert ist, etwas zu sagen. In der Konsequenz möchte »Reihe:Ordnung« Strukturen der Ausstellungsentwicklung und des -aufbaus entgegen den Gewohnheiten denken, bereits in der Entwicklung institutionelle Hierarchien thematisieren und unmittelbar in der Kunstproduktion ansetzen.
Die Leitung des Kunstvereins beauftragt zu diesem Zweck für jede Ausstellungen der »Reihe:Ordnung« die eingeladenen KünstlerInnen damit, von Anfang an die Ausstellungsentwicklung mitzubestimmen und andere KünstlerInnen einzubeziehen.










