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Das gemeinsam vom Kunstverein Harburger Bahnhof und der Hochschule für bildende Künste Hamburg (HFBK) veranstaltete Symposium widmet sich dem Schreiben über Kunst als institutionelle Praxis und fragt nach den Möglichkeiten und Herausforderungen der sprachlichen Kontextualisierung von Kunst im Digitalen und Analogen.

Der Begriff „Second Screen“ bezeichnet ursprünglich die parallele Nutzung von Internet und Fernsehprogramm. Als Titel des Symposiums adressiert er Sprache als zweite Ebene, auf der Kunstwerke erfahren werden. Andererseits verweist er auf die inzwischen weit verbreitete Praxis, jederzeit zusätzliche Informationen mittels eigener Internetrecherche auf mobilen Endgeräten in die Rezeption von Kunst einfließen zu lassen und eigene Erfahrungen unmittelbar in Form von Kommentaren oder Posts in den Diskurs einzuspeisen.

Traditionell kommunizieren Kunstinstitutionen zum einen in bewerbenden Ankündigungen und Pressmitteilungen, zum anderen in vermittelnden Saal- und Wandtexten. In diesen Formaten fließen faktische Informationen, Beschreibungen, Interpretationen und Bewertungen meist innerhalb weniger Zeilen untrennbar ineinander. Die verwendete Sprache folgt häufig den ungeschriebenen, homogenisierenden Regeln eines internationalen Kunstdiskurses; unabhängig von Publikum, Ausrichtung oder Wirkungsort der jeweiligen Institution. Dem gegenüber stehen Ansätze von Künstler_innen, Kritiker_innen und Kurator_innen, neue Verbindungen von Text und Kunst zu entwickeln.

Der Kunstverein Harburger Bahnhof möchte mit seinem Ausstellungsprogramm und der neu konzipierten Homepage www.kvhbf.de diese etablierten Kommunikationsformate um die subjektive Vielstimmigkeit beteiligter Produzent_innen und externer Autor_innen erweitern und den digitalen Raum nutzen, um Formate der Recherche, Vermittlung und Dokumentation als Angebote für eine erweiterte Rezeption zu befragen.

Mit dem Netzwerk www.rhizome.hfbk.net wiederum versucht die HFBK Hamburg den an der Hochschule stattfindenden analogen Austausch über künstlerische Produktion ins Digitale zu übersetzten und an die dort geführten Diskurse anzuknüpfen. Es eröffnet ein digitales Forum für Austausch und Diskussion, in dem Studierende, Lehrende, Gastautor_innen, Kunstkritiker_innen und die interessierte Öffentlichkeit für ein breites Spektrum an Inhalten und Sichtweisen sorgen. Gleichzeitig sollen auf inhaltlicher und praktischer Ebene weiterführende Angebote bereitgestellt werden, die sich aus den spezifischen Möglichkeiten des Digitalen ergeben und Impulse in die Hochschule zurückspielen.

Vor dem Hintergrund dieser Projekte bringt das Symposium Kulturproduzent_innen aus unterschiedlichen Bereichen zusammen, um über aktuelle Ansätze des Schreibens als erweiterte Ausstellungspraxis zu diskutieren. Wo kann Sprache als Kommentar, Austausch, Kritik oder fiktionale Narration alternative Räume für künstlerische Prozesse eröffnen? Was wird geteilt, angeeignet und verwertet? Welches Verhältnis von Kunst und ihren Institutionen steht hier zur Disposition?


14:30 Uhr
Begrüßung und Einführung
Beate Anspach, HFBK Hamburg) und Jennifer Smailes (Kunstverein Harburger Bahnhof)

15 Uhr
Jan Wenzel (Verleger und Kurator, Leipzig)
„Zeitreserven für ein Festival und eine Klammer für den Raum“

16 Uhr
Melanie Romiguière (Kuratorin, Berlin)
„Mariana Castillo Deball – Parergon“

17 Uhr
Pause

17:30 Uhr
Clara Herrmann (Koordinatorin Digital Solitude, Stuttgart)
„Schlosspost“


18:30 Uhr
Podiumsdiskussion
„Vagabundierendes Wissen –Autorschaft, Intention und Verbreitung von Texten über Kunst“
Podiumsdiskussion mit Thomas Thiel (Bielefelder Kunstverein), Nora Sdun (Autorin, Herausgeberin, Hamburg) und Jan Wenzel (Verleger und Kurator, Leipzig). Moderiert von Lisa Britzger (Kunstverein Harburger Bahnhof)

Im Anschluss:
Imbiss und Musik (COPS)

Im Raum:
Audioinstallation der Künstler_innengruppe COPS (Corporation of people’s situations)

Eintritt frei.

Kunstverein Harburger Bahnhof
Im Fernbahnhof über Gleis 3 & 4
Hannoversche Straße 85
info@kvhbf.de

In Kooperation mit der Hochschule für bildende Künste Hamburg (HFBK)
Weitere Informationen unter www.hfbk-hamburg.de, www.rhizome.hfbk.net und www.kvhbf.de

Das Programm des Kunstvereins Harburger Bahnhof wird ermöglicht durch die Kulturbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg.